Habicht

(Beitrag von Thomas Goßmann)

Der Habicht ist nun also zum „Vogel des Jahres 2014“ ausgerufen worden. Das freut mich sehr. Sollte ein Tierfreund Interesse daran haben dieses tolle Tier bei der täglichen Jagd auf unsere Brieftauben zu beobachten, dann lade ich ihn herzlich ab etwa Mitte März ein hier bei uns vorbei zu kommen und zu sehen, was dieser Greifvogel mit unseren Tauben so anstellt. Nachdem unsere Brieftauben zuvor mehr als ein halbes Jahr ihrem natürlichen Drang nach Freiflug nicht nachkommen können, weil sie aufgrund der dauerhaften Anwesenheit dieses so „seltenen“ Vogels den Schlag aus Angst nicht mehr verlassen würden, treiben wir die Tauben so ab etwa Mitte März wieder aus dem Schlag – der Habicht will ja auch leben. Während der Winterzeit muss der Habicht sich leider mit freilaufenden Hühnern und den wenigen, übrig gebliebenen Singvögeln begnügen. Es ist für jeden Naturfreund ein großartiges Spektakel, wenn der Greifvogel über die Tauben steigt, wenn diese in nackter Angst immer höher gehen, wenn irgendwann die Panik so groß ist, dass einzelne Tiere den Schwarm verlassen und der Habicht ihnen nachstellt. Dass bei diesen Jagdszenen weitere Tiere verunglücken, weil sie gegen Stromdrähte, gegen Fensterscheiben und in Zäune fliegen muss man – wenn einem der Natur- und Greifvogelschutz am Herzen liegt – als Kollateralschaden abtun. Und wenn kaum noch ein Singvogel groß wird, weil neben den Greifvögeln auch Krähen und Elstern natürlich geschützt sind, dann ist das eben ein kleiner Schönheitsfleck in unserer Natur, den man als Greifvogelfreund einfach übersehen sollte.
Wenn die Nabu nun besonders herausstellt, dass die Greifvögel in Scharen auch Gegenden besiedeln, in denen sie von Natur aus gar nicht leben würden (nämlich unsere Städte), ist das ein weiterer toller Erfolg der Naturschützer. Damit tun es die Greifvögel wie Habicht und Wanderfalke nur anderen Tieren, wie z.b. den Wildschweinen gleich, die schon seit einigen Jahren zur Freude vieler Mitbürger die deutschen Städte erobern.
Dass man bei der Nabu etwas von Tierhaltung und Tierschutz versteht möchte ich an einem kleinen Zitat verdeutlichen: „Wie auch beim Aussetzen gezüchteter Fasane versorgt der Mensch den Habicht also selbst mit „leichter Beute“ durch nicht an die freie Natur gewöhnte Brieftauben.“  (nachzulesen auf der Homepage der Nabu).
Ja, da haben die Herrschaften von der Nabu natürlich vollkommen recht. Wenn man also nicht an die Natur gewöhnte Zuchttiere in die Freiheit entlässt, dann müssen sie eben damit rechnen jämmerlich zu verrecken. So wie es auch anderen Tieren, die von Menschenhand gezüchtet wurden, ergehen würde.
Nur eine Frage hätte ich an die Tierexperten von der Nabu noch: Wo und seit wann gibt es eigentlich wildlebende Brieftauben, welche die Evolution hervorgebracht hat? Vielleicht könnte ich mir ja einige dieser Tiere zulegen, damit sie besser mit dem Habicht zurechtkommen und nicht am laufenden Band aufgefressen werden?
Also liebe Tierschützer und Tierexperten: gebt mir doch bitte einen kleinen Tipp wo ich Brieftauben finde, die seit je her in der Natur leben und die ihr Leben an die Bedrohung durch den Greifvogel angepasst haben. Ich komme sofort…..
Abschließend für heute noch ein paar kleine Bilder für unsere Tierfreunde……

Tote Brieftauben nachdem Eindringen eines Habichts in die Voliere

 

verletzer Vogel nach einem Greifvogelangriff

 

Verletzte Taube nach Habichtsattacke

 

Vom Habicht völlig aufgefressene Taube

 

Habichtmassaker

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